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Kursnummer: M10030

Dozent(en):
Ralf Dörschel

Info: 50 Jahre nach 1968 widmet sich diese Veranstaltungsreihe dem vielschichtigen Thema Vietnam. Die Empörung über den Vietnamkrieg war in den USA und Westeuropa ein wesentliches Moment der studentischen Proteste jener Zeit. Die proklamierte "Solidarität mit dem vietnamesischen Volk" ein wesentliches Moment einer sich entwickelnden internationalistischen Solidaritäts-Bewegung. Doch nach dem Ende des Krieges 1975 wendeten sich nicht nur große Teile der Solidaritätsbewegung anderen Ländern zu - vor allem in Lateinamerika, sondern Vietnam verschwand auch aus der allgemeinen medialen Aufmerksamkeit. Dabei waren die Aufgaben, denen sich das Land nach Kriegsende gegen-übersah, gewaltig: Die Überwindung kolonialer Strukturen, der Wiederaufbau nach Jahrzehnten des Krieges, die Vereinigung von Nord- und Südvietnam, die verheerenden ökologischen Folgen des massiven Einsatzes des Entlaubungsmittels Agent Orange durch die USA während des Krieges. Das alles vor dem Hintergrund des Kalten Krieges zwischen Ost und West. Dieser strukturierte auch zu-nächst die nachhaltigste Verbindung zwischen Deutschland und Vietnam: die Migration vieler vietnamesischer Menschen. Nach Westdeutschland kamen nach 1975 vor allem sogenannte Boat-People, die nach der Kapitulation des prowestlichen südvietnamesischen Regimes aus dem Land flohen und in Westeuropa und den USA bereitwillig aufgenommen wurden. In die DDR kamen hingegen tausende Vertragsarbeiter/innen, die zeitlich befristet dort arbeiten sollten. Ihre Kontaktmöglichkeiten zur deutschen Bevölkerung wurden systematisch auf ein Minimum reduziert, trotz aller offiziellen Phrasen von Völkerfreundschaft. Nach der Wiedervereinigung wurde ihre Arbeitskraft vermeintlich nicht mehr gebraucht,, ihre Betriebe abgewickelt. Sie sollten nach Vietnam zurückkehren, wogegen sich sehr viele Vietnamesinnen und Vietnamesen aber erfolgreich zur Wehr setzen konnten. Innerhalb der Reihe wird daher auch der Frage nachgegangen, inwieweit die Spaltung der vietnamesischen Community in Deutschland bis heute anhält.
Im offiziell immer noch sozialistischen Vietnam hat sich die Kommunistischen Partei ihr politisches Monopol erhalten. Auf der ökonomischen Ebene aber hat sich das Land seit Ende der 80 er Jahre mehr und mehr gegenüber dem Weltmarkt geöffnet und private Betriebe und ausländische Investitionen ermöglicht. So wurde auf Druck der Weltbank innerhalb kürzester Zeit der Kaffeeanbau dermaßen ausgeweitet, dass Vietnam heute der weltweit zweitwichtigste Rohkaffeeproduzent ist. Aber auch Rohöl, Textilien und Reis sind wichtige Exportprodukte geworden. Außerdem erfährt der Tourismus in Vietnam einen regelrechten Boom. Erst darüber wird Vietnam hierzulande wieder verstärkt wahrgenommen. Die Veranstaltungsreihe wird einen Blick auf die komplexe soziale, wirtschaftliche und öko-logische Situation des Landes werfen - jenseits verengter touristischer Wahrnehmungen. Gleichzeitig werden auch die Perspektiven der in Deutschland lebenden vietnamesischen Migrant/innen und der hier aufgewachsenen nächsten Generation(en) aufgegriffen.

http://www.marburger-weltladen.de/pages/veranstaltungen/veranstaltungskalender.php.

Zusatzinformation: Die Veranstaltungen von ARBEIT UND LEBEN (AG zwischen vhs und DGB) - in Kooperation mit dem städtischen Agenda-Büro und dem Weltladen - sind gebührenfrei.

Kosten: 0,00 €

Weltladen Marburg, Markt 7

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Oktober 2018

Siegel WEITERBILDUNG HESSEN e.V
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