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O10031 Vortragsreihe "Nordafrika" - Marburger Forum für entwicklungspolitische und interkulturelle Themen
in Kooperation mit ARBEIT und LEBEN Hessen (AG zwischen vhs und DGB)

Beginn Di., 01.10.2019, 20:00 - Uhr
Kursgebühr 0,00 €
Dauer 10 Termine
Kursleitung Ralf Dörschel

Der Weltladen Marburg widmet sich mit seiner Veranstaltungsreihe im Herbst diesmal nicht einem einzelnen Land, sondern erstmals gleich einer ganzen Region: Nordafrika. Seit dem arabischen Frühling, der 2011 in Tunesien seinen Ausgang nahm, haben vielfältige Aufbrüche und Veränderungen, aber auch Gewalt und Rückschläge, die Region erfasst. Allerdings stellen sich die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen seit 2011 in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich dar. Libyen ist mittlerweile als Staat zerfallen und wird von der Gewalt unterschiedlicher Milizen und Warlords dominiert. In Tunesien hingegen hat sich nach der Revolution ein demokratisch legitimiertes System etablieren können, dass auch von sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Kräften akzeptiert wird. In Algerien wiederum hat sich das vom Militär dominierte Regime zunächst halten können, seit diesem Jahr gibt es aber eine breit getragene Demokratie-Bewegung, die zumindest den Rückzug des langjährigen Präsident Bouteflika erreicht hat. Auch im Sudan ist eine starke und erfolgreiche Demokratie-Bewegung in diesem Jahr mit einer breiten Mobilisierung an die Öffentlichkeit getreten und trotzt der Repression. In Ägypten wurde die demokratische Revolution durch einen Militärputsch 2013 wieder beendet und die alten Kräfte konnten sich gestützt auf das Militär unter General El-Sisi wieder etablieren, noch brutaler und autoritärer als zuvor. In Marokko hat sich vermeintlich am wenigsten verändert, auch die Situation in der von Marokko besetzten West-Sahara ist unverändert.
Angesichts dieser sehr unterschiedlichen Situationen in den einzelnen Ländern fragt die Reihe danach, welche hinter den Ereignissen liegenden gemeinsamen oder ähnlichen Entwicklungen und Strukturen trotzdem in der Region zu erkennen sind bzw. ihnen sogar zugrunde liegen. Kulturelle und sozioökonomische Veränderungen in der Rolle der Frauen beispielsweise werden gerade in einer länderübergreifenden Perspektive deutlicher. Welche sozialen Kräfte prägen und tragen den demokratischen Aufbruch in der Region? In der Veranstaltungsreihe wird aber auch die Rolle Europas in der Region kritisch hinterfragt werden. Wie bedeutend sind die früheren Kolonialmächte noch für die Entwicklung in der Region? Welche kolonial geprägten Strukturen bestehen fort - gerade auch durch die nie gebrochene ökonomische Dominanz? Und welche Aufgaben sollen die Länder Nordafrikas innerhalb der Pläne für eine gegen Migration gerichtete „Festung Europa“ übernehmen und was bedeutet das für die politische und soziale Situation in der Region?
Aktuelle Informationen:
http://www.marburger-weltladen.de/pages/veranstaltungen/veranstaltungskalender.php.



Eine Anmeldung ist ab dem 12.8.2019 möglich.

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